Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod unseres geschätzten georgischen Kollegen Dr. Davit Svanadze erfahren. Er starb am 29. Juli 2026 nach längerer Krankheit im Alter von 46 Jahren.
Davit war seit Beginn der Forschungsarbeiten im Mai 2019 Teil des Wissenschaftlerteams im DAMAST-Projekt sowie im Nachfolgeprojekt Damast-Transfer. Er promovierte im selben Jahr am Geographischen Institut der Ivane Javakhishvili Tbilisi State University (TSU) über die Gletscherdynamik im Südkaukasus seit der Kleinen Eiszeit. Als wir uns kennenlernten, arbeitete Davit als Wissenschaftler und Dozent am Mikhail Nodia Institute der TSU. Als ausgewiesener Experte für Fernerkundungsmethoden und Geographische Informationssysteme war er neben seiner Lehrtätigkeit in verschiedenen Forschungsprojekten zur Erfassung von Landschaftsformen in Georgien und deren räumlichen und zeitlichen Veränderungen beteiligt.
Mit seinen Kenntnissen fungierte Davit im Projekt DAMAST als Ansprechpartner für die verschiedenen Experimente zur Erfassung regionaler und struktureller Deformationen der Staumauer sowie ihres Umfeldes. Seine tatkräftige Unterstützung bei Aufbau und Betreuung der Messstationen, sein Organisationstalent und sein Durchsetzungsvermögen waren für das Gelingen dieser Teilprojekte von unschätzbarem Wert. Untrennbar mit unseren Erinnerungen an die gemeinsamen Arbeiten am Enguri-Reservoir verbunden ist auch Davits Toyota Landcruiser, den er mit großer Leidenschaft pflegte und für die Projektarbeiten bereitwillig zur Verfügung stellte. Mit ihm erreichten wir selbst unzugängliche Stellen im Uferbereich des Reservoirs, an denen Messungen sonst kaum möglich gewesen wären. Auch andere Teilprojekte profitierten von seinen Fähigkeiten; bei Problemen war Davit immer zur Stelle und half eine Lösung zu finden. Darüber hinaus beteiligte er sich an der Betreuung der Studierenden im Rahmen verschiedener, vom DAAD geförderter Kurse zu DAMAST-relevanten Themen an der TSU und vor Ort im Messgebiet. Im Rahmen zweier mehrwöchiger Aufenthalte am KIT arbeitete sich Davit in die Methoden der Satelliten- und bodengestützten SAR-Interferometrie ein mit dem Ziel, diese innovativen Ansätze an der TSU zu etablieren und für die studentische Ausbildung und Forschung in Georgien nutzbar zu machen.
Über die gemeinsame wissenschaftliche Arbeit hinaus haben wir Davit als offenen und herzlichen Menschen und Freund kennengelernt. In freien Stunden hat er uns sein Heimatland und insbesondere seine geliebten kaukasischen Berge nahegebracht, unter anderem während eines Ausflugs zum Chaladi-Gletscher, dessen klimabedingten Rückzug er im Rahmen seiner Forschungsarbeiten dokumentierte. Unvergessen sind die Grillabende am Ufer des Olori, natürlich organisiert von Davit, an denen wir bei Bier, Steaks und Gemüse über den Zustand der Welt geredet und diskutiert haben.
Wir werden Davit als offenen, freundlichen, kompetenten und stets hilfsbereiten Kollegen und Freund im Gedächtnis behalten. Unsere Gedanken sind mit seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen in Tbilisi.
Malte Westerhaus


